Rezension: Massimo Carlotto-Der Tourist


978-3-85256-728-

Massimo Carlotto – Der Tourist

Thriller

249 Seiten

Preis: € 20,00 [D, A, I]

Buchinfo Verlagsseite


Verlagstext:

Ein Serienkiller geht um, hinterlässt keine Spuren, lässt kein Muster erkennen – bis zum Showdown in Venedig.

Er ist der perfekte Serienmörder, frei von Empathie und Reue, ein Meister der Tarnung, der seine Opfer zufällig auswählt und nie zweimal am selben Ort zuschlägt, daher sein Name: der Tourist. Doch selbst der kaltblütigste Killer begeht Fehler – ausgerechnet in Venedig. Die verwinkelten Gassen und Kanäle werden ihm zur Falle, als er einer dubiosen Bande in die Quere kommt, die ihn als tödliche Waffe benutzen will. Auch der ehemalige Leiter der Mordkommission, Pietro Sambo, hat einen Fehler gemacht – gebrochen lebt er am Rande der Gesellschaft. Unverhofft bietet sich ihm eine letzte Chance. Carlotto treibt sein Spiel mit den Genres bis an die Grenzen. Sein Thriller bietet keine erzählerischen Gewissheiten mehr, außer jener, das Adrenalin hochzujagen.


Mein Eindruck:

Ich mag ja Bücher, welche in Gegenden oder Städte spielen, die mir persönlich bekannt sind, weil ich schon mal dort war. Genau aus diesem Grund, war ich neugierig auf “Der Tourist”. Wie das Cover schon zeigt, spielt der Hauptplot in Venedig. Außerhalb der Saison, wenn die Touristeninvasion sich auf kleine Schwärme zurückgebildet hat. Nass, kalt, düster präsentiert sich die Lagunenstadt auf dem Cover. Passend zu einem möglichst spannenden Thriller.

“Der Tourist” hat ein Faible für Handtaschen. Nach diesem Kriterium und nach der Art wie Frau dieses Accessoir trägt, sucht er sich sein Opfer aus. Er folgt ihr unauffällig bis zu ihrer Wohnung und schlägt im entscheidenden Moment zu, bevor sich die Tür hinter ihr schließen kann. Er geilt sich daran auf, sein Opfer langsam zu ersticken und das Lebenslicht in den Augen erlischen zu sehen. Damit die Polizei auch weiß, dass “Der Tourist” wieder zugeschlagen hat, nimmt er die Handtasche seines Opfers mit. Das ist seine Signatur. Aber er legt auch Wert darauf, dass seine Taten in den Zeitungen bekannt gegeben werden. Als dies nach seinem jüngsten Mord in Venedig nicht der Fall gewesen ist, kehrt er, entgegen seiner Gewohnheiten, zum Tatort zurück um sicher zu gehen, dass die tote Frau auch gefunden wird. Doch die Wohnung ist leer, bis auf eine kleine Minikamera. Nun hat “Der Tourist” ein Problem, denn jemand hat sein Gesicht aufgenommen und er muss Hals über Kopf Venedig verlassen. Doch es nagt an seinem psychopathischen Ego, dass der Mord an der Frau unbeachtet bleiben soll. Er braut ein neues Opfer. In der Tasche der letzten Toten findet er ein Bild einer wunderschönen Frau. Sie hat er sich auserkoren die eine zu sein. Zurück in Venedig tappt er allerdings selber in eine Falle, denn sein Opfer versteht es noch besser sich an jemandes Fährte zu setzten als er. “Der Tourist” ist in eine Falle getappt und muss nun seine Fähigkeiten für andere einsetzten um am Leben zu bleiben ….

Der Plot klang wirklich vielversprechend und die Geschichte ließt sich auch ganz flott. Es gibt zahlreiche Nuancen, die wirklich Spannung versprechen. Die Polizei ist einem Verbrechersyndikat auf den Fersen, in dessen Fänge auch “Der Tourist” geraten ist, welches ihn nun als Schachfigur für ihre Machenschaften benutzt. Diese Mischung aus gut und böse, ehrlich und korrupt verschwimmt aber dermaßen, dass man eigentlich niemanden der Beteiligten als die Guten einordnen kann. Anstatt thrillermäßiger Spannung erhält man eher ein etwas wirres hin und her, das oft nicht ganz ernst zu nehmen ist. Da mir der Autor nicht bekannt ist, weiß ich nicht genau was er mit damit bezweckt. Ist das sein Stil, ernste Themen etwas ins Lächerliche zu ziehen. Damit kann ich schon umgehen, hab ich kein Problem. Der Spannungsbogen wird aber in dieser Handlung damit nicht ausgereizt, im Gegenteil. Es hat eher einen extremen Hauch von Groteske, was wiederum auch nicht schaden kann, dem Thrillerfeeling aber nicht gerecht wird.

Mein Fazit:

Ein Roman mit einer Vielzahl an Protagonisten, die mehr verwirren als entwirren, mit einer Handlung die eigentlich ganz spannend sein könnte. Gefallen haben mir die Schauplätze. Man kann sich gut vorstellen in welchen Gassen, auf welchen Plätzen und in welchen Kanälen die Protagonisten unterwegs sind. Der Autor hat das Flair und die Menschen der Stadt gut eingefangen. Das Ende war a la  “Cosi è  la vita” (So ist das Leben) dem Tohuwabohu gerecht. Es gibt eben keine Verlierer in einem korrupten Moloch. Leider konnte mich die Umsetzung in Form eines Thriller nicht so recht überzeugen.


Von mir bekommt der Thriller gut gemeinte Red roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an den Folio Verlag für dieses persönliche Leseexemplar!


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