Nachkriegsrealitäten spannend verpackt: Clair Winter-Die geliehene Schuld


Die geliehene Schuld von Claire Winter

Zur Verfügung gestellt vom Diana Verlag

AutorIn: Clair Winter

Titel: Die geliehene Schuld

Roman                                                                             Umfang: 384 Seiten

ISBN:    978-3-453-29194-2                                           Gebundenes Buch

Preis: € 22,00 [D] /€ 22,70 [A] / 30,90 [sFr]

Auch als ebook erhältlich

Buchinfo Verlagsseite

Leseprobe

AutorIn:

Claire Winter studierte Literaturwissenschaften und arbeitete als Journalistin, bevor sie entschied, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie liebt es, in fremde Welten einzutauchen, historische Fakten genau zu recherchieren, um sie mit ihren Geschichten zu verweben und ihrer Fantasie dann freien Lauf zu lassen. Nach »Die Schwestern von Sherwood« folgte der SPIEGEL–Bestseller »Die verbotene Zeit«. »Die geliehene Schuld“ ist ihr dritter Roman im Diana Verlag. Die Autorin lebt in Berlin.

QUELLE: Verlagsseite


Verlagstext:

Berlin, Sommer 1949: Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Zweiten Weltkrieges ihre Eltern und ihren Mann verloren. Sie will vor allem eines – die traumatischen Erlebnisse für immer hinter sich lassen. Doch als ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wird sie unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen. Jonathan hat Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben. Gleichzeitig stand er im persönlichen Kontakt mit einer jungen Frau namens Marie Weißenburg, eine Sekretärin im Stab Konrad Adenauers. Vera geht den Spuren nach, die sie bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste führen.

Inklusive aufklappbarem Lesezeichen mit Personenverzeichnis

Mein Eindruck: 

Er hätte in dem Brief doch schreiben sollen, was er in Köln noch Schreckliches erfahren hatte, durchfuhr es ihn, als ihn der Wagen auch schon erfasste – und er als Letztes ihr Gesicht vor sich sah.
Seite 15
Clair Winters neuer Roman spielt nach dem Ende des zweiten Weltkriegs. Deutschland ist geteilt. In Nürnberg laufen die Verfahren gegen hochrangige Nazis. Der junge Journalist Jonathan Jacobsen ist einer brissanten Geschichte auf der Spur. Seine Recherchen schickt er an seine Jugendfreundin Vera Lessing um sicher zu gehen, dass diese, sollte ihm etwas zustoßen, seiner Arbeit beendet und die Story veröffentlicht wird ….
 
 
Der Autorin ist wieder ein sehr interessanter Roman gelungen, dessen Nazihintergrund für Spannung sorgt. Viele der Täter konnten sich nach dem Krieg absetzen, flüchten, untertauchen oder sich ein Leben unter falschem Namen aufbauen. Die Grauen, die diese Teufel in Uniform verbreitet haben, ist zwischen den Zeilen noch spürbar. Auch wie der nazionalsozialistische Gedanke, gerade bei den Angehörigen aktiver Nazis verankert ist, passt sich gut der Handlung an. Die Protagonisten sind generell alle gut durchdacht und passen in das Bild der Handlung. Gekonnt gesetzte Twist, Rückblicke, Persepktivwechsel und unterschwellige Spannung sorgen für Abwechslung. Dem Lesefluss schadet dies nicht, dafür sorgt der flüssige Schreibstil.
 
Wenn jemand beim Klang ihres Akzents zusammenzuckte oder Freund und Bekannte von Eric darüber sprachen, wer von ihren Familien noch lebe, fühlte sie sich wie ein Fremdkörper, und alles erinnerte sie an früher – an den Krieg und die Verfolgung der Nazis, aber auch an Jonathans Tod.
Seite 563
Nicht ganz im Reinen war ich am Ende mit dem Prolog. Was diese Handlung mit der eigentlichen Geschichte zu tun hat, ist mir nicht ganz klar.
 
Das Titelblatt finde ich sehr schön gestaltet. Zwei Personen im Vordergrund heben sich von den farblos gehaltenen restlichen Menschen durch eine dezente Farbgebung ab. Auf dem vorderen und hinteren Vorsatz des Buches ist jeweils die Europakarte in den Nachkriegsjahren abgebildet. Die Einteilung Deutschlands mit den Besatzungszohnen und den wichtigen Städten auch farbig hervorgehoben. So kann man zwischendurch auch mal den Wegen folgen, welche die Protagonisten währen ihrer Nachforschungen gegangen sind.
 

Mein Fazit:

Der geschichtliche Hintergrund hat mir sehr gefallen. Auch wenn die Handlung frei erfunden ist, enspringt sie doch guter Recherchearbeit. Nicht jeder Nazi wurde von den Alliierten gefangen oder verurteilt. Vielen gelangt die Flucht, oder sie wurden von den Spionagediensten der Befreier angeworben. Verwicklungen der Nachkriegszeit, die wohl viele nicht kannten, ich auch nicht.
 
Ein spannendes Drama, das Clair Winter hier zu Papier gebracht hat. Ich mag ihren Stil und die Zeit, in denen sie ihre Romane ansiedelt. Ihre Protagonisten, die den Mut besitzten sich gegen das Unrecht zu stellen und mit aller Macht, die ihnen zur Vefügung steht, versuchen dieses aufzudecken. Besonders mag ich, dass ihre weiblichen Heldinnen ganz normale Menschen sind, die sich trauen, tief zu bohren und auch weitermachen, wenn die Angst sie schier zu verschlingen droht.


 

Von mir bekommt der Roman wlEmoticon-redrose.pngwlEmoticon-redrose.pngwlEmoticon-redrose.pngwlEmoticon-redrose.png von wlEmoticon-redrose.pngwlEmoticon-redrose.pngwlEmoticon-redrose.pngwlEmoticon-redrose.pngwlEmoticon-redrose.png.
Herzlichen Dank an den Verlag und das bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar.
 
 
 
 

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