So kanns gehen: Sara Paborn-Beim Morden bitte langsam vorgehen


Beim Morden bitte langsam vorgehen von Sara Paborn

Zur Verfügung gestellt vom DVA Verlag.

AutorIn: Sara Paborn

Titel: Beim Morden bitte langsam vorgehen

Originaltitel: Blybröllop

Roman                                                                        Umfang: 264 Seiten

ISBN:    978-3-421-048028                                       Hardcover

Preis: € 13,00 [D] /€ 13,40 [A] / 18,90 [sFr]

Auch als ebook erhältlich.

Buchinfo Verlagsseite

Leseprobe

AutorIn:

Sara Paborn, 1972 in Sölvesborg geboren, war früher in der Werbebranche tätig und lebt heute als Autorin in Stockholm. 2009 veröffentlichte sie ihr Debüt. Ihr Überraschungsbestseller „Beim Morden bitte langsam vorgehen“ ist ihr vierter Roman; damit ist Sara Paborn erstmals auf Deutsch zu entdecken.

QUELLE: Verlagsseite


Verlagstext:

Endlich Witwe – eine giftige Komödie!

Die Leute leben einfach zu lange. Und die wenigsten haben das verdient. Horst jedenfalls nicht. Nach 39 Ehejahren voller Sticheleien hat Irene endgültig genug von ihrem Mann. Als sie eines Tages in einer alten Schachtel Vorhang-Bleibänder findet, kommt ihr die beste Idee ihres Lebens: Aus der immer so netten Bibliothekarin wird eine gerissene Hobbychemikerin, die ihre bisher von Braten- und Kuchenduft erfüllte Küche in ein Labor verwandelt. Dort bereitet sie Bleizucker zu. Geduldig rührt sie ihrem Mann täglich ein Löffelchen in den Kaffee. Bei den wirklich wichtigen Dingen muss man langsam vorgehen …

Mit Gift zum Glück – ein makabrer und doch so lebenskluger Roman über die Ehe mit tödlichen Folgen.


Mein Eindruck:

Beim Morden bitte langsam vorgehen, was für ein Titel! Wer dahinter eine Geschichte zum Totlachen vermutet, liegt doch etwas falsch. Die Erzählung ist bitterböse, mit einem unfassbar trockenem Humor. Mir hats gefallen!
 
Irene, ist schon lange nicht mehr glücklich in ihrer Ehe. Immer wieder kreisen ihre Gedanken daran, wie es wohl wäre wenn Horst, ihr Mann, nicht mehr leben würde. Scheidung kam nicht in Frage. Da sich Horst, für sein Alter, in guter gesundheitlicher Verfassung befindet, würden aber auch noch viele Jahre ins Land ziehen, die sie mit ihm aushalten muss. Als ihr beim Ausmustern längst vergessene Dinge in die Hand fallen, weiß sie erst nicht was damit anzufangen. Doch als Bibliothekarin hat sie Zugang zu allerlei Wissen und in ihr reift ein pefider Plan. Erst sind es nur Fantasien, doch als Irene wieder einmal Horsts hässliche Seite zu spüren bekommt, beschließt sie den Plan in die Tat umzusetzten……
Das Leben besteht nicht aus den Dingen, die wir tun, sondern aus den Gefühlen, die unsere Handlungen in uns auslösen. Ich weiß nicht, wer das gesagt hat, aber es stimmt. Nicht unsere Handlungen an sich haben eine Bedeutung, sondern die Gefühle, die uns danach erfüllen. Das konnte mein Mann nicht akzeptieren. Und ich konnte nich akzeptieren, dass er diese Gefühle so ignorant vom Tisch wischte.
Seite 22 
Horst ist zwar kein brutaler Mann im wörtlichen Sinne, er ist ein Egoist. Denkt nur an sich, seine Meinung ist immer die Richtige und tut offenbar alles um Irene selber klein zu halten. Ihre Wünsche und Ansichten haben keinen Platz in seiner geistig beschränkten Welt. Zumindest lässt uns Irene das aus ihrer Sicht so glauben. Und man glaubt es gerne, so wie Horst dargestellt wird. Natürlich könnte sich Irene auch einfach von Horst scheiden lassen. Doch diesen einfachen Ausweg will sie Horst nicht gönnen. Da hätte er ja wieder das letzte Wort und sie, Irene, hätte gar nichts mehr.
 
Dass Horst tot ist, weiß der Leser bereits auf den ersten Seiten. Irene erzählt in gemütlichem Plauderton, wie es dazu kam. Sie schreibt es quasi nieder. Auf trockene, sachliche Weise schildert sie das Geschehene. Mitunter recht lehrreich durch den ein oder anderen Auszug aus den Lexika und Nachschlagewerken, welche ihr zur Verfügung standen :D.
Wissen ist Macht, das macht sich Irene zu nutze. Sie tüftelt, kreiert einen Plan und setzt alles nach und nach um. Durch den beissenden trockenen Humor, sah ich sie nie als eiskalte Mörderin. Eine Frau auf Rachefeldzug gegen ihren Mann, in gewisser Weise schon. Aber konnte man ihr böse sein? Nein, nicht wirklich. Obwohl mir Horst schon leid tat, erzielte er einfach keine Sympathiepunkte in meinen Augen. Das rechtfertigt natürlich nicht Irenes Vorgehen. Aber es geht ja auch nicht um den Mord an sich. Denn Beim Morden bitte langsam vorgehen ist ja auch kein Krimi, es ist eine Satire. Ein Durchleuchten einer langjährigen Ehe, mit viel schwarzem Humor und sehr, sehr böse!
 

Mein Fazit

Eine wirklich bitterböse, makabre Erzählung bei der man von Beginn an weiß wie das Ende aussieht. Trotzdem will man natürlich erfahren, warum Irene tat was sie tat. Man kann es natürlich nicht wirklich verstehen, darum geht es aber auch nicht. Es geht um das Überzogene, um das Unwahrscheinliche, das was vielleicht manchmal in jemandem von sich vorgeht, wenn man sich Gefangen in einer Situation fühlt. Ohne natürlich gleich einen Mord auszuklügeln. Genial, wunderbar trockener Humor und zwei Protagonisten, die man so oder so ähnlich durchaus schon mal in Ehepartnern finden kann 😀


Von mir bekommt der Roman wlEmoticon-redrose.pngwlEmoticon-redrose.pngwlEmoticon-redrose.pngwlEmoticon-redrose.png von wlEmoticon-redrose.pngwlEmoticon-redrose.pngwlEmoticon-redrose.pngwlEmoticon-redrose.pngwlEmoticon-redrose.png.
Herzlichen Dank an den Verlag und das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s